Arbeiten von zu Hause aus – der alltägliche Wahnsinn

Arbeiten von zu Hause aus – der alltägliche Wahnsinn

Es ist doch so. Die meisten Geschäftsmamas arbeiten von zu Hause aus. Ich auch übrigens.

Leider.

Früher hatte ich ein Büro. Es war nur wenige Minuten zu Fuss entfernt und es war herrlich. Dieses Gefühl in die Arbeit zu gehen, keine volle Waschmaschine, keine unaufgeräumte Küche, keine ungemachten Betten, nichts was mich abhalten konnte. Und doch war irgendwann klar, dass der logistische Aufwand, dieses Hin- und Hergehen und immer alle Unterlagen mitnehmen, dass sich dieser Aufwand nicht rechnet. Zu oft arbeite ich abends, wenn die Lieblingskinder schlafen und das mache ich nun einmal auf unserem Esstisch.

So weit, so mühsam.

Aber warum eigentlich?

Wir wohnen (noch) in einer ziemlich kleinen Wohnung mit ziemlich viel Spielzeug. Kannst Du Dich an das Trainingsvideo für Eltern erinnern, wo ein Elternteil auf einem Laufband bloßfüßig läuft und währenddessen wird Lego draufgeschüttet? So sieht’s bei uns aus. Besser gesagt so hat es bis vor zwei Stunden bei uns ausgesehen.

Und damit bin ich schon am Punkt.

Was tun viele Geschäftsmamas, bevor sie anfangen zu arbeiten? Richtig. Sie räumen auf.

Und es gibt immer was zu tun. Lego, unzählige Autos, Holzbausteine, die Lärm machen, Bücher – alles kann frau wegräumen. Oder gleich der ganze Haushalt. Kochen, putzen, waschen, einkaufen gehen.

Bringt uns das im Business weiter? Nein.

Gehört’s trotzdem gemacht? Ja.

Aber 1. nicht zwingend von Dir und 2. nicht zu Deiner besten und kreativsten Zeit. Die ist nämlich bei fast allen Menschen gleich in der Früh. Aufräumen kann man auch, wenn man schon müde ist oder eine Pause braucht. Kreativ arbeiten nicht.

Nun bin ich keine Raumexpertin, da gibt’s meine liebe Freundin Maria Husch, die mit ganz wunderbar einfachen Tricks unsere Räume für uns arbeiten lässt und auch mir schon erklärt hat, wie ich mir eine Arbeitsecke schaffen kann.

Denn eines kann ich Dir versprechen.

Noch nie hat irgendjemand ein erfolgreiches Business zwischen Spielsachen und schmutzigem Geschirr aufgebaut.

Deshalb brauchst Du nicht gleich in ein Büro ziehen. Aber zum Umdenken möchte ich Dich einladen.

1. Finde Deine Ecke, die nur Dir gehört

Hört sich leichter gesagt als getan. Ich weiß.

In diese Ecke gehören keine Lieblingskinderphotos, keine Spielsachen, keine Bügelwäsche. Dieser Platz ist einzig Deiner Arbeit vorbehalten. Häng Dir einen guten Spruch auf, ein Mantra, das Dich auf Deinem Weg zu Deinem Erfolg unterstützt, breite Deine Stifte, Dein Notizbuch, Deinen Kalender, Deinen Laptop aus und gut ist es.

Und wenn Du keine fixe Ecke haben kannst (so wie ich derzeit), dann musst Du eben immer alles her- und wieder wegräumen.

2. Keine Ablenkungen, gar keine Ablenkungen

Nicht mal aus dem Augenwinkel solltest Du die Spielsachen Deiner Lieblingskinder sehen. Weißt Du, was passiert, wenn Du einen Berg Lego siehst? Du räumst ihn weg.

Und dann arbeitest Du schon wieder nicht.

3. Ein Zeitplan muss her

Das ist mein persönliches Erfolgsgeheimnis.

Wenn ich keine Wochen-To-Do-Liste habe, kann ich die ganze Woche schmeissen. Klingt drastisch, ist aber so. Ich habe so wenig Zeit, dass das Bisschen echt gut geplant werden muss. Und wenn Du jetzt keinen Tau hast, wovon ich rede, liest Du am besten hier weiter.

4. Hol Dir Hilfe

Das kann nun wirklich schwierig sein. Nicht jeder hat die eigene Mutter ums Eck oder kann einfach auf Unterstützung zugreifen.

Aber ich bleibe dabei.

Es gibt auch andere Mütter, die vor der selben Herausforderung stehen und die sind ganz froh, wenn Ihr Euch bei der Betreuung der Lieblingskinder abwechselt. Es gibt ganz wunderbare Initiativen, Facebook und andere Plattformen sind voll davon.

5. Lass mal andere ran

Warum musst eigentlich Du den Haushalt machen? Lieblingskinder wickeln, Wäsche aufhängen, die Küche putzen (die Liste würde sehr lang werden, ich lasse Deiner Phantasie freien Lauf).

Oft höre ich von Klientinnen, die ihren Partner noch nicht einmal gefragt haben, ob er mithelfen könnte. Und das überrascht mich dann schon, weil wir ja (angeblich) im 21. Jahrhundert leben und niemandem mehr erklären müssten, dass Lieblingskinder und Haushalt schupfen richtig viel Arbeit ist, nämlich richtig viel. So mancher Bürojob ist nichts dagegen. Und da kann auch der erfolgreichste Partner den einen oder anderen Handgriff übernehmen. Also zB den Wocheneinkauf erledigen und alles raufschleppen. Oder so wunderbare Aufteilungen wie einer kocht und der andere räumt danach den Geschirrspüler ein.

Häufig sind Partner auch völlig überrascht, dass dem Gegenüber eigentlich alles zu viel ist und Hilfe dringend nötig wäre. Klingt komisch, ist aber gelebte Praxis.

6. Du bist die Beste!

Und – ganz wichtig! Ich möchte Dich ermutigen, stolz auf Deine alltäglichen Leistungen zu sein. Du leistest wahrscheinlich mehr als irgendein hochbezahlter Topmanager, hast gefühlte 1.000 Sachen im Kopf, hast den Überblick über Schule, Kindergarten, Kinderarztbesuche, Kleidergrößen, den ganzen Haushalt UND über Dein Business. Das muss Dir erst mal wer nachmachen. (Mein bester aller Männer wäre hoffnungslos überfordert und das weiß er sogar.)

Indem Du stolz auf Dich bist (und Du hast jedes Recht dazu!), nimmst Du Dir gegenüber eine andere Haltung ein. Dadurch nimmst Du Dir mehr Raum, im gegenständlichen und im übertragenen Sinn, und das macht es Dir wieder leichter Deinen Platz zu Hause zu finden, an dem Du konzentriert und effektiv arbeiten kannst.

Probier’s aus, ich bin gespannt, wie es Dir ergeht!

 

Alles Liebe und – wir schaukeln die Kinder gemeinsam ;-),

 

Deine Elisabeth

 

ps falls Du übrigens auch der Meinung bist, dass ein paar Tipps und Tricks durchaus sinnvoll sind, wie man von zu Hause aus erfolgreich arbeiten kann trotz unserer entzückenden Mitbewohner und ihrer 1.000 Spielsachen, dann schau mal auf Marias Seite, sie ist zurecht die Raumexpertin!

Wie Du Lieblingskind(er) UND Business glücklich und erfolgreich lebst? Hier sind die wöchentlichen gratis Updates für Dich

3 Antworten zu Arbeiten von zu Hause aus – der alltägliche Wahnsinn

  1. Habe ganz vielen lieben Dank für deinen Beitrag! Ich bekomme auch jeden Tag die Krise – Kinder aus dem Haus, der Haushalt wartet, man möchte arbeiten und ist kreativ – und dann sieht es aus wie im Saustall :( Wenn dann jemand vorbei kommt diese ewigen Vorwürfe, warum das Lego noch rum liegt, warum man auf dem Sofa vor Spielzeug nicht sitzen kann usw. … Man ist ja schließlich den ganzen Tag zuhause! *grummel* Ich bin wirklich schon am Überlegen, mir ein Büro anzumieten. Dann entfällt das endlich. Es zieht mich leider immer wieder runter und statt zu arbeiten mache ich Kinderkram :(

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      ich kann Dich gut verstehen. Wenn Du die (finanzielle) Möglichkeit hast ein Büro anzumieten, ist das vielleicht eine gute Lösung. Ich kenne das auch, dass immer wieder eine Aufgabe zugewiesen bekommt, weil man ja sowieso zu Hause ist. Wenn Du auch ein Büro hast, gehen da eben beide in der Früh in die Arbeit.

      AL Elisabeth

  2. So blöd wie es klingt, aber das mit dem Weggehen, also das Haus verlassen um zu arbeiten, wird anders bewertet als wenn jemand zu Hause arbeitet. Mein Business wirft nicht so viel ab und wird von manchen sogar als Hobby abgetan. Dass da trotzdem Arbeit drin steckt verstehen viele nicht. Und wie Sandra sagt, dieser Spruch „Du bist doch den ganzen Tag zu Hause … „ der kann einen ganz schön nerven

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