Verreist auch Du Tag für Tag mit Sack und Pack? Der alltägliche Pendlerwahnsinn einer Mutter oder wie Du Dein Leben vereinfachst

Verreist auch Du Tag für Tag mit Sack und Pack? Der alltägliche Pendlerwahnsinn einer Mutter oder wie Du Dein Leben vereinfachst

Ich kann gar nicht glauben, dass ich darüber noch nie geschrieben habe. Es hat ein Mittagessen mit einer seit über 20 Jahren erprobten Geschäftsmama gebraucht, um auf dieses so essentielle Thema zu stoßen. Und dabei begleitet mich dieses Thema regelmäßig.

Es gibt sie wirklich. Diese Mütter, die gute 30 Minuten und mehr Wegzeit Richtung Kindergarten/Schule in Kauf nehmen, deren Arbeitsstelle am anderen Ende der Stadt liegt und gewohnt wird idealerweise am Stadtrand, aber wieder am anderen.

Was für eine Selbstgeißelung!

Warum das alles bloß? Damit das Lieblingskind in den dreisprachigen Elitekindergarten geht. Damit man abends die Natur genießen kann. Damit zwei Stunden Fahrzeit oder mehr den Alltag charakterisieren.

Blanker Wahnsinn!

Sorry Mädels, die Ihr alle vor Euch hin pendelt, hier meine ungeschönte Meinung dazu: das ist doch glatter Wahnsinn.

Als Geschäftsmama hast du vor allem eines nicht: Zeit. Es ist kein Geheimnis, dass die mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Freiheiten der Frau – Freiheit zur Bildung, Freiheit zu arbeiten, Freiheit eigene Ansprüche zu haben und diese auch zu erfüllen – auch ein ganzes Stück Stress mit sich gebracht haben.

Die Mütter der 1960er Jahre, die vielfach keinen vernünftigen Zugang zu einer Ausbildung hatten, die mit Geburt der Lieblingskinder selbstverständlich zu Hause blieben und die ihre Männer um Haushaltsgeld und erst recht um Geld für eigene Strumpfhosen bitten mussten (gab’s in den 1960er Jahren schon Strumpfhosen oder trug frau noch Strümpfe?), sie alle hatten eines nicht: unseren chronischen Zeitmangel.

Drehen wir das Rad der Zeit doch zurück?

Natürlich nicht. Das wird kein Lobgesang auf die unemanzipierte Frau, die ihre Träume irgendwann aufgehört hat zu träumen, weil sie doch nicht verwirklichbar waren.

Aber eines müssen wir schon sehen: wir haben heute viel mehr tasks als die Mütter der 1960er Jahre ohne auch nur einen einzigen abgegeben zu haben. Ok, der aufgeklärte Mann des 21. Jahrhunderts hilft im Haushalt mit, das ist schon anders als vor 50 Jahren. Aber leistet er wirklich 50% der Hausarbeit? Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du die Frage mit ja beantworten kannst.

 

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Fassen wir’s zusammen:

Die Geschäftsmama will beruflich erfolgreich sein und ihr Ding machen. Vor allem aber Freude am Job haben und damit genug Geld verdienen.

Die Geschäftsmama will aber genauso Zeit mit ihren Lieblingskindern verbringen. Ich für meinen Teil schließe einen Vollzeitjob aus. Ich will Zeit fürs Babyschwimmen haben und den riiiiesigen Dinosaurier im Naturhistorischen Museum in Wien bestaunen. Und all das unter der Woche. Übrigens habe ich mich nicht zuletzt genau deshalb selbständig gemacht.

Dann will die Geschäftsmama aber natürlich auch noch Zeit für sich selbst haben, Sport, Yoga, Freundinnen treffen, an Interessen mangelt es nicht.

Und schließlich gibt’s noch den Haushalt, den man mehr oder weniger aufgeteilt hat, die einen mehr, die anderen weniger.

Das kann nicht klappen

Genau das meine ich, wenn ich sage, dass wir tasks dazugekriegt, aber kaum bis nichts abgegeben haben.

Da kommt wieder das liebe Zeitmanagement ins Spiel. Vieles kannst Du Dir erleichtern und vieles ist total machbar, wenn Du einige essentielle Zeitmanagement.Tools. beherzigst. Hier zum Beispiel ein wertvoller Tipp dazu. Aber eines ist auch klar: wenn zu Deinem Alltag stundenlanges Pendeln gehört, dann viel Spaß und gute Nacht.

Hier wartet gleich das erste Einsparungspotenzial

Ich weiß, ich begebe mich auf dünnes Eis. In meinem engsten Freundeskreis fahren Mütter 30, 40 Minuten täglich in eine Richtung, nur damit das Kind den bereits erwähnten Elitekindergarten besucht. Das kann frau machen, aber dann bleiben halt andere Dinge auf der Strecke. So einfach ist das.

Der Tag hat nur 24 Stunden

Das ist zwar nicht neu, aber scheint doch immer wieder vergessen zu werden. Und es geht ja nicht nur um die 40 Minuten im Auto Richtung Kindergarten, es ist ja dann auch noch der Stau zur Arbeitsstätte oder zurück nach Hause und all das macht etwas mit dem Nervenkostüm. Der tägliche Stau ist schließlich kein beauty treatment.

Mein Credo?

Alles, was weiter als 15 Minuten entfernt ist, mache ich nicht. Beruflich kann ich’s mir nicht immer aussuchen, ich bin auch als Businesstrainerin tätig und wenn ein Training am Stadtrand von Wien ist oder auch außerhalb und interessant ist, mach ich’s, eh klar. Aber alles andere kann ich wählen. Und meine Businesstrainings sind nicht jeden Tag und meist gut erreichbar, schon allein für die TeilnehmerInnen .

Der Kindergarten des Lieblingskindes? 10min mit dem Fahrrad (ich fahre mit Lieblingskind im Gepäck den sichersten und längsten Weg), 15min zu Fuß

Yoga? 7min mit dem Fahrrad, 15min zu Fuß

Der nächste Supermarkt? 2min zu Fuß im Rückwärtsgang

Friseur? 8min mit dem Fahrrad, 15min zu Fuß

Die beste Schule interessiert mich nicht, wenn sie 30min entfernt liegt. Weil ich davon überzeugt bin, dass tägliches Pendeln Nerven, Zeit und Lebensqualität kostet, auch dem Lieblingskind.

Wenn es um Zeitmanagement geht, lautet der erste Trick: kurze Wege

Alles andere geht auf unsere Kosten.

Ich sag’s ganz ehrlich, in der Innenstadt zu arbeiten und am Stadtrand oder gar außerhalb zu wohnen, also das tägliche Pendeln, halte ich für blanken Irrsinn. Es kostet Zeit, es kostet Lebensqualität und es kostet eine hübsche Stange Geld. Und mir persönlich verursacht das Stress.

Jede möge es für sich selbst bewerten, es lebt ja schließlich auch jede mit den Konsequenzen. Ich möchte Dich einladen die eine oder andere Lebensentscheidung zu hinterfragen. Manches wirst Du Dir nicht aussuchen können, so schnell kann man nicht ums Eck vom Büro ziehen, schon klar, aber dann reduzier alle anderen Wege.

Hinterfrage jeden einzelnen Deiner alltäglichen Wege. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich zu jedem meiner Ärzte 30min und mehr unterwegs war. Gottlob muss ich nicht so oft einen Arzt besuchen, aber es summiert sich doch. Zwei Mal pro Jahr Zahnarzt, ein Mal Augenarzt, Gynäkologe, Hautarzt – es ist dann doch immer wieder irgendwas. Und dann habe ich mir Ärzte in Gehdistanz gesucht. Für den Spezialisten kann man gerne weiterfahren, aber für Routinegeschichten?

Und noch etwas möchte ich Dir zum Nachdenken mitgeben: wenn Du Kindergarten oder erst recht Schule so wählst, dass Euch die tägliche Weltreise bevorsteht, bedenke, dass auch die FreundInnen Deiner Lieblingskinder weit weg wohnen werden. Möglicherweise wird’s dann auch schwierig eine Mutter zu finden, die Dein Lieblingskind mitnimmt, wenn Du mal länger arbeitest. Wenn der Kindergarten/die Schule aber wenige Minuten entfernt ist, dann werden auch die FreundInnen mehrheitlich in der Nähe wohnen. Und zum nächsten Geburtstagsfest ist’s dann auch näher.

Wie immer freue ich mich sehr über Deine Meinung! Schreib mir oder erzähle uns Deine Erfahrungen, ich freue mich darauf!

 

Alles Liebe und – wir schaukeln das Kind gemeinsam ;-),

 

Deine Elisabeth

 

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6 Antworten zu Verreist auch Du Tag für Tag mit Sack und Pack? Der alltägliche Pendlerwahnsinn einer Mutter oder wie Du Dein Leben vereinfachst

  1. Liebe Elisabeth,
    deine Tipps bisher fand ich alle recht hilfreich. aber dieser Artikel zeigt einfach etwas von Weltfremdheit der Wienerin ;)

    Ich wohne z.b. in Weigelsdorf bei Ebreichsdorf. Hierher sind wir allerdings gezogen, weil mein Freund seine Firma in Ebreichsdorf hat. Allerdings. Vieles gibt es halt nicht in direkter Fussnähe wenn man am Land lebt. Wobei ich hier schon priveligiert bin, weil Kiga und Supermarkt zu Fuss erreichbar sind. Aber ohne Auto bist hier aufgeschmissen und Freunde finden sich leider auch nciht so schnell neue, die ums Eck wohnen oder die alten tauscht man nicht aus ;)
    Und wieviele Pendler gibt es, die nach Wien müssen, weil einfach in der Nähe kein Job ist. Sicher als selbstständige habe ich jetzt auch den Weg gewählt im Ort zu arbeiten und hoffe, dass die Kunden zu mir kommen. Aber zb einen Kurs biete ich ab Herbst in Guntramsdorfer EKIZ an, weil es hier einfach keine Möglichkeit dafür gibt…

    • Liebe Marion,
      so weltfremd bin ich gar nicht, der beste aller Männer (ein bekennender Nicht-Wiener) ist 20 Jahre lang gependelt und in seinem Freundes- und Bekanntenkreis pendeln fast alle.
      Mir ist völlig klar, dass nicht jeder alle täglichen Notwendigkeiten wie Job, Kiga, Supermarkt, etc, ums Eck haben kann oder auch will. Und dennoch gibt es die Möglichkeit den einen oder anderen Weg zu verkürzen, so wie es bei Dir ja auch der Fall ist, Du schreibst, dass Kiga und Supermarkt fußläufig erreichbar sind. Ich kenne übrigens genügend Wiener, die eine halbe Stunde und länger in den Kiga fahren, weil es der eine sein muss und sonst keiner sein kann. Mein Artikel sollte einfach zum Denken anregen, ob wir nicht manche Wege einsparen könnten und uns damit viel Stress im Alltag ersparen würden. Und genau das ist ja sichtlich gelungen!
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  2. Liebe Elisabeth, Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin zwar nicht selbstständig, aber Working-alleinerziehende-Mama. Also ist Zeitmanagement auch für mich ein großes Thema, noch dazu ohne Auto. Es würde sich nicht rentieren, alles ist öffentlich gut zu erreichen. (es lebe die Jahreskarte) Zu Fuß (mit Kind) 5 min in den Kindergarten, in der Zwischenzeit Schule, ebenso 5 min. Nahversorger alle in Gehweite, Arbeit 20 min flott zufuß oder die gemütliche Variante mit dem Bus. Jeder soll für sich entscheiden, wie viel Zeit er verfahren möchte. Ich gehöre sicher zur Kurze-Wege-Fraktion. Vielen Dank für Deine immer wieder tollen Impulse, ich lese sehr gerne bei Dir mit. LG, Martina :-)

  3. Liebe Elisabeth,
    grundsätzlich geben ich dir recht, dass Wegezeiten vielfach verschwendete Zeiten sind. Ich denke aber auch, dass es immer noch eine Frage der Prioritäten ist.
    Wir hatten eine Kita um die Ecke. Dort gab es aber so viel Stress, dass mir die eingesparten Wegezeiten überhaupt nichts nützten, weil ich mich oft nicht konzentrieren konnte oder sowieso die Kinder gleich zu Hause behalten habe.
    Jetzt fahre ich, nicht extrem weit, aber doch ein Stück. Allerdings mit dem Fahrrad. Ich bin draußen, bewege mich (bei Wind und Wetter) und kann mich dann konzentriert an die Arbeit setzen, auch weil ich weiß, dass die Kinder gut aufgehoben sind. Die Kinder sind glücklich und ich auch. Ähnlich ist es bei uns mit Schule und erst recht mit Ärzten.
    Ich fahre eigentlich nie mit dem Auto, das empfinde ich wirklich als verschwendete Lebenszeit. Wege mit Bus und Bahn zurückzulegen gibt mir aber Arbeits- oder Lesezeit. Und Fahrradfahren erhöht das Maß an Alltagsbewegung, was meiner Gesundheit sehr gut tut.
    Liebe Grüße,
    Angelina

    • Liebe Angelina!

      Ich bin auch eine begeisterte Radfahrerin und der Lieblingssohn auch! Wie so oft, ist es auch da eine Frage der eigenen Balance, der eigenen Bedürfnisse und natürlich der äußeren Gegebenheiten.

      Liebe Grüße,

      Elisabeth

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