It’s rice, baby

It’s rice, baby

Ich werde oft gefragt, was das Lieblingskind zu Beginn der Zufütterei so zum Essen bekommen hat. Ich sag’s gleich vorweg: ich bin gelernte und überzeugte Ernährungsberaterin nach der Traditionellen Chinesischen Medizin und ich lebe gerne und mit großem Vergnügen danach. Und das Lieblingskind nolens volens auch. (Und mangels Sprachvermögen kann er etwaige Kritik auch nicht anbringen.) Soll heißen, das Lieblingskind weiß noch nicht mal, dass es fertige Gläschen mit Babyessen gibt und dass man Pulver in Wasser auflösen kann, ahnt er bestimmt nicht.

Gleich im selben Atemzug möchte ich etwas hinzufügen. Ich bin überzeugt, dass jede Mutter das Beste für ihr Kind will und es führen viele Wege nach Rom. Ich koche eben gerne und esse selbst auch nie Fertigware. Grundsätzlich ist es aus meiner Sicht wichtig, dass Du als Mutter mit dem Essen nicht mehr Stress hast, als unbedingt nötig. Ernähre Dein Kind gesund und mach es Dir aber auch einfach. Denn Deinen Stress spürt das Kind ja auch. Für mich ist alles selbst zu kochen easy und mit viel Freude verbunden.

Aber zurück zu unseren Anfängen in Sachen Zufütterei. Das Lieblingskind wurde sechs Monate lang vollgestillt. Wenn ich Trainings gehalten habe, hatte ich vorher abgepumpt, in der Mittagspause war das Lieblingskind immer da und die kurzen Trainingspausen mussten so lange dauern bis die Milchpumpe ihre Arbeit erledigt hatte und ich mich im wahrsten Sinne des Wortes leichter fühlte. Klingt mühsam, war es auch. Dafür konnte ich tageweise arbeiten und das war sowohl fürs persönliche Wohlbefinden als auch für das Bankkonto eine gute Sache.

Schmeckt wie Muttermilch. Angeblich.

Dann kam der sechste Monatstag und mit ihm begann das große Reiscongee Kochen. Aus Sicht der TCM enthält Reiscongee das Qi, das ein Baby braucht, auch Schwerkranke und sehr geschwächte Menschen bekommen Reiscongee zu essen. Es ist besonders leicht verdaulich, sowieso glutenfrei und hat einen leicht süßlichen Geschmack, der der Muttermilch entfernt – sehr entfernt – ähnelt.

Die Zubereitung ist denkbar einfach, benötigt nur etwas Zeit. Vier Stunden, um genau zu sein. Man nehme eine Tasse Vollkorn-Rundkornreis aus dem Bioladen und 12-15 Tassen Wasser. Ich nehme 12, es hängt vom Herd ab, wie groß bzw klein er sich stellen lässt. Das findest Du ganz leicht heraus. Den Reis röste ich fettfrei im Topf ein wenig an, sodass er zu duften beginnt, er soll aber nicht anbrennen, den Geschmack kriegst Du nicht mehr raus. Sobald der Reis duftet, kommen 12-15 Tassen heißes Wasser dazu. Und das war’s schon. Du drehst möglichst klein und wartest. Umrühren ist in den ersten drei Stunden nicht nötig, irgendwann dann schon, damit sich das Congee nicht am Boden des Topfes anlegt. Das Ziel ist die Konsistenz von Tapetenkleister. Man könnte es auch appetitlicher die Konsistenz von Pudding nennen. Solange das Congee noch warm ist, treibst Du es durch ein Sieb oder eine flotte Lotte, damit Du die Schalen der Reiskörner los wirst. Kalt ist das Ding so steif, dass Du es nicht mehr bewegen kannst.

Bei meiner Tassengröße erhalte ich vier Becher à 220ml. Bevor das Lieblingskind das Reiscongee bekommt, gebe ich etwas weißes Mandelmus und ein paar Tropfen Weizenkeimöl dazu.

Anfangs war Reiscongee die einzige Mahlzeit abgesehen von Muttermilch. Begonnen habe ich ungewöhnlicher Weise abends, in der Hoffnung, dass das Lieblingskind mit besser gefülltem Magen länger am Stück schlafen würde. Hat er natürlich nicht, aber schlafen war ja noch nie seins. In den ersten Tagen waren es 20ml, die er dazu aß, und langsam steigerte sich das, bis er einen ganzen Becher verschlang. Und dann mittags auch einen Becher verdrückte. Erst nach drei, vier Wochen bekam er das erste Mal Gemüse. Und jetzt, da das Lieblingskind über ein Jahr alt ist, ist Reiscongee noch immer sein Abendessen und es scheint ihm richtig gut zu schmecken. Ich esse es übrigens auch gern. Es erinnert in der Tat an Pudding und man spürt förmlich, wie es den Magen entspannt.

Alles Liebe und – wir schaukeln das Kind gemeinsam ;-),

 

Deine Elisabeth

 

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